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Aus unserer Reihe 
  
"Eine donauschwäbische Gemeinde stellt sich vor"
 
ist unser aktuelles Thema
 
 
 
tscherwenka 5
 
  
 
"TSCHERWENKA" 
in der Mitte der Batschka
 
 

Eine donauschwäbische Gemeinde mit rd. 8000 Deutschen Einwohnern am Donau-Theiss-Kanal, dem Franz Kanal, Ansiedlung 1785 - Flucht und Vertreibung 1944. Tscherwenka war die größte Gemeinde der josephinischen Siedlungsphase und nach Apatin die größte deutsche Gemeinde in der Batschka mit rd. 8.000 deutschen Bewohnern im Jahr 1944.

Die Ansiedlung erfolgte im Rahmen des „Dritten Schwabenzuges" unter Kaiser Josef II. 1782-1785, als auch Protestanten im Pannonischen Raum siedeln durften.In dieser Zeit wurden in Cservenka 610 Familien angesiedelt. Angeworben registriert und betreut von der Hofkammer in Wien kamen sie aus dem Deutschen Reich in die Batschka rd. 150 Familien aus dem Elsass, 200 aus dem heutigen Bundes-land Rheinland-Pfalz, 70 aus Hessenund aus dem Saarland 30 und weitere Familien aus Baden-Würtemberg und sonstigen deutschen Ländern. Der Tscherwenkaer Dialekt ist vorwiegend pfälzisch geprägt. Die Siedler zogen, insgesamt 610 Familien mit 2500 Personen. In 463 fertiggestellte Häuser ein. Durch Hunger, Krankheit und Epidemien kam es zu einem Bevölkerungsrückgang, erst im Jahre 1808 wurde die ursprüngliche Anzahl wieder erreicht.

Der Kaiser hielt Wort, freie Ausrüstung und Anfangshilfen wurden verteilt, 10 Jahre Abgaben und Steuerfreiheit gewährt und eingehalten, der sprichwörtliche Schwabenfleiß brachte bald den erhofften Wohlstand. Den wirtschaftlichen Fortschritt aber brachte der Bau des Franzens-Kanals 1792 bis 1802, der die Theiss mit der Donau verband. Neben der Entwässerung des Gebietes ermöglichte er den Transport der Landesprodukte, Handel und Industrie konnten sich entwickeln.

 

Der Franzens-Kanal 

war 117 Jahre, von der Fertigstellung 1802 bis zur Bodenreform 1919, die Hauptschlagader im volkswirtschaftlichen wie im sozialen Bereich der Tscherwenkaer. Erst mit der Trockenlegung der Felder konnte reiche Ernte eingefahren und die Sterberate der Aussiedler im Ort verbessert werden. Weiterhin trug der Handel mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen und sonstigen Gütern zum Wohlstand der Tscherwenkaer Bevölkerung bei. Durch die zentrale Lage am Kanal wurde Tscherwenka ein wichtiger Getreide-Umschlagsplatz. Die noch am Kanalufer vorhandenen staatlichen Lagerhallen (Hambare) weisen auch heute auf die ehemals wirtschaftliche Bedeutung des Kanals hin.

In den Hambaren der Gemeinde entwickelte sich der Getreidehandel, auf Schiffen wurden die Erzeugnissev bis Budapest, Wien und Deutschland transportiert. Das Handwerk entwickelte sich in kleineren Betrieben des Mittelstandes der Metallverarbeitung, Maschinen und Schlossereien, Tischler, Lederwaren, Strickwaren. „Professionisten" wie Maurer und Zimmerleute arbeiteten in der Fremde, in Großstädten wie Belgrad, Neusatz oder Sombor. Die Tscherwenkaer Zuckerfabrik liefert heute noch in die ganze Welt. In den 40ziger Jahren gab es in Tscherwenka 61% evangelische, 18 % katholische und 17 % reformierte Christen. Ihre Kirchen wurden nach der Flucht 1944 von den Tito Partisanen zerstört, überlebt hat nur die der Römisch-Katholischen Gemeinde. Im Oktober 1944 war der Ort leer, nur wenige Familien blieben, mehr als 7000 waren auf der Flucht. Die Tscherwenkaer leben heute weltweit zerstreut, viele sind wieder in den Länder ihrer Ahnen zuhause. 1973 wurden die ersten Heimattreffen organisiert, 2003 bis 2010 fanden Busreisen des Heimatausschusses München statt, die bestehenden Kontakte zu den Bewohnern des heutigen Crvenka wurden weiter gepflegt und vertieft. Gemeinsam konnte eine Gedenkstätte für die Verstorbenen Ahnen der Deutschen errichtet werden.

 

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